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Ausstellung: Liebe kennt keine Grenzen. Szenen einer Städtepartnerschaft

11.06.2020 | cb — Keine Kommentare
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Das Designerduo BRATY beim Besuch im Münchenstift. Foto: Thomas Kaiser

Angefangen hat alles im Sommer 2012. Damals waren aus Münchens Partnerstadt Kyjiw drei LGBTI*-Aktivist*innen nach München gereist, um als Ehrengäste am Christopher Street Day teilzunehmen, der in dem Jahr unter dem Motto „Fight for Global Rights – Solidarität kennt keine Grenzen“ stand. Bei der größten Veranstaltung der LGBTI*-Community im süddeutschen Raum demonstrieren jedes Jahr Tausende Lesben, Schwule, Bi-, Trans*- und Inter*-Personen für gleiche Rechte und Akzeptanz.

Die Schicksale der drei Ukrainer*innen berührten die Menschen in München so sehr, dass sie beschlossen zu handeln. So entstand die Kontaktgruppe Munich Kyiv Queer, die sich bis heute mit einer Vielzahl politischer Aktionen, kultureller Veranstaltungen und praxisorientierter Workshops für die Menschenrechte von LGBTI* in der Ukraine, aber auch in Deutschland einsetzt. Die Städtepartnerschaft zwischen Kyjiw und München ist die Basis dafür; beide Seiten lernen voneinander.

Die Geschichte der Pride- und Szenekooperation zwischen Kyjiw und München

Lesben, Schwule, Bi, Trans* und lnter* leiden an vielen Orten der Welt unter Entrechtung, Verfolgung und Übergriffen, in der Ukraine ganz besonders. Homosexualität ist dort zwar seit 1991, als das das Land von der Sowjetunion unabhängig wurde, kein Straftatbestand mehr. Die meisten Menschen aber wissen wenig über Homo- und Trans*-Sexualität, entsprechend misstrauisch begegnen sie dem Thema.

In den vergangenen Jahren ist die Bevölkerung immer offener für die Belange der sexuellen Minderheiten geworden, weil die LGBTI*-Community ihre Anliegen – auch mit Unterstützung aus dem Ausland – sichtbar vertreten konnte. Eine Minderheit lautstarker Nationalist*innen und Religiöser aber bekämpft LGBTI*, wo sie nur kann. Sie greift Menschen aus der Community an, ihre Organisationen und sie schreckt nicht vor Gewalt zurück. Der Staat schützt die Betroffenen nur unzureichend.

BRATY portraitiert die Menschen hinter den Kulissen in bewegten Collagen

Die Ausstellung „Liebe kennt keine Grenzen. Szenen einer Städtepartnerschaft“ zeigt besondere Momente im Miteinander der Lesben-, Schwulen-, Bi-, Trans*- und Inter*-Gruppen beider Städte. Das Designerduo Braty, Zwillingsbrüder aus Kyjiw, hat die Geschichten ihrer Protagonist*innen in opulent-bewegte Collagen verwandelt.

„Unsere Freund*innen von Munich Kyiv Queer haben uns gefragt, ob wir uns vorstellen können, Herzensmomente ihrer Geschichte künstlerisch umzusetzen. Wir waren davon sofort begeistert. Die Collage eignet sich als Technik für dieses Thema mit seinen vielen Facetten besonders gut. Über ihre Erzählungen haben wir viel über die Städtepartnerschaft und die Beweggründe erfahren, warum sie sich hier mit so viel Herzblut ehrenamtlich engagieren“, so die Künstler. In der Ukraine wäre so eine Ausstellung nicht möglich; es gibt (noch) zu viele Widerstände und Vorbehalte. „Wir hoffen aber“, so Braty, „dass unsere Collagen irgendwann auch einmal in der Ukraine in einem Altenheim gezeigt werden können“.

Wann: Donnerstag, 9. Juli 2020, 17 Uhr (wegen Corona leider nur für geladene Gäste); die Ausstellung ist online zugänglich unter www.liebe-kennt-keine-grenzen.de
Kontakt: Thomas Kaiser, Conrad Breyer
Veranstaltende: Münchenstift, Munich Kyiv Queer, Braty

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