“Du findest in diesem Land keine Arbeit mehr”

Munich Kyiv Queer sammelt weiter Geschichten von LGBTIQ* in der Ukraine. Wir fragen uns: Wie lebt Ihr mit diesem Krieg? Wir wollen das Bewusstsein für die Schicksale queerer Menschen schärfen und um Spenden werben. Dies ist die Geschichte von Volodymyr.

Volodymyr lebt in der Region Ternopil. Er ist 24 Jahre alt und kann keine Arbeit finden. Es gibt einfach keine Jobs mehr. Deshalb hat er sich mehrfach an die LGBTIQ*-Organisation “You are not alone” gewandt und um Hilfe gebeten. Und sie haben geholfen. Dank ihnen konnte er Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel kaufen. Sie haben ihm dafür Gutscheine gegeben, aber auch Geld. Hier ist sein VIDEO

„You are not alone“ wird vom Bündnis Queere Nothilfe Ukraine unterstützt, dem auch Munich Kyiv Queer angehört. Es sind Eure Spenden, die hier etwas bewirken. Dafür eine herzliche Umarmung!

Vielen Dank auch an Oleksandra Semenova, die uns bei diesem Videoprojekt geholfen hat. Danke an Matt und Stas für die Untertitel. Und Danke an Nikita für die ukrainische Übersetzung.

So könnt Ihr helfen


EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer die Menschen in der Ukraine, die in Not oder auf der Flucht sind. Denn nicht alle sind an ukrainische LGBTIQ*-Organisationen (s.u.) angebunden. Die Hilfe ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr auf PayPal die Option “Für Freunde und Familie” wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, Sprecher Munich Kyiv Queer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.

Wir helfen unsere Freund*innen und Partnern. Alle Gesuche aus der Community werden in Zusammenarbeit mit unseren queeren Partner-Organisationen in der Ukraine akribisch geprüft. Können sie selbst helfen, übernehmen sie. Übersteigen die Anfragen die (finanziellen und/oder materiellen) Möglichkeiten der LGBTIQ*-Organisationen, sind wir gefragt.

HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort wie “You are not alone”, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen wie im Falle von Volodymyr. Spendet hier

Fragen? www.MunichKyivQueer.org/helfen

Munich Kyiv Queer sammelt weiter Geschichten von LGBTIQ* in der Ukraine. Wie lebt Ihr mit diesem Krieg? Wir wollen das Bewusstsein für die Situation einer vulnerablen Gruppe schärfen und für Spenden trommeln. Dies ist die Geschichte von Natalya aus Dnipro.

Natalya führte in Dnipro ein kleines Geschäft. Es scheiterte wegen des Krieges, wie sie sagt. Die Stadt wird oft bombardiert, manchmal gibt es weder Strom noch Wasser. Wo sollen da die Kund*innen herkommen?

Plötzlich ohne jedes Einkommen suchte sie nach Hilfe und wandte sich an “Your are not alone”. Die NGO aus Schytomyr versorgte sie mit Gutscheinen für Hygieneartikel, Lebensmittel und Medikamente, wofür sie sehr dankbar ist. VIDEO

“You are not alone” wird vom Bündnis Queere Nothilfe Ukraine unterstützt, dem auch Munich Kyiv Queer angehört. Es sind Eure Spenden, die helfen! Natalya konnte so irgendwie durchkommen.

Vielen Dank auch an die NGO „You are not alone“, insbesondere an Oleksandra Semenova, die uns bei diesem Videoprojekt geholfen hat. Danke an Matt und Stas für die Untertitel. Und Danke an Nikita für die ukrainische Übersetzung.

So könnt Ihr helfen


EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer Menschen in der Ukraine, die Hilfe brauchen und nicht an queere Organisationen angebunden sind. Das ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr die Option „Geld an Familie & Freunde senden“ wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.

HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort wie „You are not alone“, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen wie im Falle von Natalya. Spendet hier

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Lera, eine junge trans* Person aus der Ukraine, musste erleben, wie Russland ihre Heimatstadt Oleshki bei Cherson angriff. Das war vor einem Jahr. Seitdem teilt sie ihr Leben in ein “Vor dem Krieg” und “Nach dem Krieg”. Heute lebt sie in Berlin. Das ist Leras Geschichte.

Vor dem Krieg führte ich ein einfaches Leben. Ich arbeitete, traf mich manchmal mit Freund*innen in Kyjiw und genoss die kleinen Freuden des Alltags. Ich komme aus der Stadt Oleshki, das ist am linken Ufer der Region Cherson, das kurz nach dem Krieg von Russland besetzt wurde und es bis heute ist.

In der Nacht zum 24. Februar änderte sich das alles auf einen Schlag. Ein Telefonanruf von Bekannten, die in der Nähe der Grenze zur Krim wohnen, riss mich aus dem Schlaf: “Es ist Krieg!”, sagten sie. Es schien surreal und dennoch begann ich sofort, eine Notfalltasche zu packen.

Bis zum Sommer versteckte ich mich zuhause

Die Kämpfe begannen nur wenige Kilometer von meinem Haus entfernt. Gegen 12 Uhr mittags hörte ich sie auf der Antoniwka-Brücke. Das ganze Haus bebte: Ich wusste nicht, zu welchen Göttern ich beten sollte, damit das alles aufhört. Ich fühlte mich, als ob die Welt im Chaos versinken würde. Das tat sie in gewisser Weise auch.

In den Tagen der Apokalypse versuchte ich mein Bestes, um anderen zu helfen. Ich backte Brot, verteilt es, kochte Essen und teilte es. Meine Ofenheizung ermöglichte mir wenigstens das. Doch traute ich mich kaum, das Haus zu verlassen.

Als sich die Lage im Sommer etwas beruhigt hatte, wagte ich mich nach draußen. Doch war die Gefahr nicht vorbei: Ich bin vier Mal auf Orks (russische Soldaten; Anm. d. Red.) gestoßen. Zwei davon belästigten mich und zwangen mich fast in ein Auto. Einmal haben sie mich verprügelt, weil jemand in meiner Stadt sagte, ich sei trans*. Sie schlugen mir mit einem Gewehrkolben einen Zahn aus.

Sie nahmen uns das letzte Essen

Danach bin ich nur noch mit dem Fahrrad raus. Oder ich ging gar nicht mehr aus dem Haus. Eines Tages kamen sie mit einem automatischen Gewehr und verlangten, dass ich ihnen Wasser gebe. Einer von ihnen rief einem Kameraden zu, dass ich ein Mädchen sei und steckte das Gewehr weg. Ich wurde vor Schreck ohnmächtig. Meine Mutter kam heraus und gab ihnen alles, was sie verlangten. Sie nahmen das letzte Essen und das ganze Wasser.

Dann kam der Tag, an dem die Freaks den Damm sprengten. Ich hoffte, das Wasser würde uns nicht erreichen, aber es war schon am nächsten Tag da. Ich fürchtete um unser Haus, die ganze Gegend. Das Wasser stieg schnell, über Nacht stand es mir bis zur Brust, auf etwa 1,40 Meter.

Die Soldaten zeigten wenig Interesse daran, diejenigen zu retten, die keinen russischen Pass hatten. Die örtliche Bevölkerung tat mehr, um den Opfern zu helfen als die russischen Soldaten selbst.

Insha half mir mit Geld zur Flucht

Dann wandte ich mich an die LGBTIQ*-Organisation “Insha” und bat um Hilfe: Sie gaben mir Geld für die Flucht. Wir flohen über die Krim, wurden am Kontrollpunkt in Armjansk sieben Stunden lang ohne Wasser und Essen in der Hitze festgehalten. Sie haben uns befragt und gezwungen, Papiere zu unterschreiben, dass wir die “Spezialoperation” Russlands unterstützen, also den Krieg, aber das stimmt nicht. Wir hatten keine andere Wahl, nur mit Mühe kamen wir über die Grenze.

Ich ging nach Simferopol, bezog mit meiner Mutter ein Wohnheim. Es war sehr beängstigend, auch nur zu telefonieren. Sie hätten ja alles abhören können.

Wir zogen weiter nach Woronesch, dort waren wir ein paar Tage. Gerade an dem Tag, als wir weiterreisen mussten, marschierte Prigoschin auf Moskau. Gott sei Dank erreichten wir irgendwann die lettische Grenze.

Dort wurden wir wieder für zehn Stunden festgehalten, und sogar gezwungen, uns auszuziehen. Die Russen wollten meine Tätowierungen sehen. Ich musste meinen Bauch rausstrecken, damit sie meine Brüste nicht gleich bemerkten. Ich hatte schon Angst, der Bus würde ohne mich fahren.

Aber dann drückten sie mir einen Stempel in den Pass und ich überquerte mit Tränen in den Augen die Grenze. Die erste Nacht verbrachten meine Mutter und ich in Daugavpils. Die Reise war sehr hart. Dann ging es nach Estland und weiter nach Berlin.

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Hanna hat früh begriffen, dass sie eigentlich asexuell ist. Die 29-Jährige hat ihr Leben seitdem für sich ganz neu ausgerichtet. Die traumatischen Erlebnisse, die sie früher gemacht hat, bringt der Krieg allerdings wieder zurück. Unsere Kolumnistin Iryna Hanenkova hat Hanna getroffen.

Die Geschichte meines Lebens beginnt in Charkiw. Es ist die Stadt meiner Kraft, die Stadt meiner Träume, meine Alma Mater. Sie hat mich gelehrt, wie man lebt und überlebt, wie man liebt und kämpft. Heute kämpft das ganze Land in einem Krieg.

Mein eigener “Krieg” begann, als ich erkannte, dass ich anders bin, asexuell. Trotzdem versuchte ich, allen zu beweisen, dass ich “wie alle anderen” bin, um ja nicht aufzufallen. Das hatte Folgen.

Hanna. Foto: privat

Als ich die Kraft hatte, beendete ich eine Beziehung, die mir aufgezwungen war, und fühlte mich besser, körperlich natürlich und psychisch. Zu dieser Zeit begann ich, mich intensiv mit mir selbst zu beschäftigen.

Ich war etwa 16 oder 17 Jahre alt, als ich merkte, dass ich nicht an Sex interessiert war, sondern vor allem an Beziehungen zu Menschen. Ich beschloss, Artikel darüber zu lesen und erfuhr von Menschen, die romantische, aber keine körperliche Anziehung empfinden. Seitdem interessiere ich mich für die Themen Geschlecht und Sex, für die “Normen” und die “Ausnahmen”, die die Gesellschaft für uns festgelegt hat.

Endlich lernte ich mich selbst kennen, baute Grenzen und Beziehungen auf, die für mich und meine Lieben angenehm waren. Ich erkundete die Welt und öffnete mich ihr so weit wie möglich nach all der Gewalt, die ich erlebt hatte.

Ich baute eine Mauer auf

Während des Krieges verschlechterte sich mein Zustand. Wie mir meine Psychotherapeutin erklärte, reagiert mein Gehirn schmerzhaft auf jede Form von Aggression und Gewalt, sowohl auf direkte wie indirekte (z. B. in den Nachrichten). Infolgedessen wurde ich empfindlicher für die Reize um mich herum. Und meine Grenzen, die ich im Laufe der Jahre zum Selbstschutz aufgebaut hatte, glichen bald einer Steinmauer. Ich war starr und unfreundlich.

Ich hatte Stress, den Job zu verlieren, Angst um mein Leben …

Hinzu kamen Belästigungen auf der Straße, die mich schließlich zum Schweigen brachten. Die Anmache von Männern vertieften meine Abneigung gegen mich selbst, meinen Körper und alles, was in irgendeiner Weise mit Sexualität zu tun hatte.

Mein Leben als Asexuelle und die Auseinandersetzung damit dauern schon seit meiner Kindheit an. Wenn ich mich selbst damals analysiere, fallen mir Episoden auf, die darauf hindeuten. Ich glaube heute, dass es normal ist, asexuell zu sein, nicht nur körperliche Freuden zu bevorzugen, sondern auch emotionale, intellektuelle usw. Das war für mich immer die Norm.

Im Laufe der Jahre habe ich Situationen erlebt, in denen meine Grenzen verletzt wurden. Und ich glaube, da bin ich nicht die Einzige. Es ist wichtig, darüber zu sprechen, damit es nicht nur eine traumatische Erinnerung bleibt, sondern in das Leben eingewoben wird und uns stärker macht.

Das Rascheln der Blätter beruhigt mich

Jetzt, mitten im Krieg, helfen mir Dinge, die die Sinne ansprechen, mich zu erden: Gerüche, Berührungen, Geschmäcker, visuelle Eindrücke. Das kann zum Beispiel das Lesen bei Kerzenschein sein. Oder der Sonnenaufgang draußen, wenn das leise Rascheln der Blätter oder das Zwitschern kleiner Vögel zu hören ist.

Und natürlich glaube ich an den Sieg unseres Landes und daran, dass jede*r Einzelne von uns wichtig ist, egal wo und wie wir sind.

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EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer Menschen in der Ukraine, die Hilfe brauchen und nicht an queere Organisationen angebunden sind. Das ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr die Option „Geld an Familie & Freunde senden“ wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.

HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier

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Stas hat seine Heimatstadt Kramatorsk des Krieges wegen verlassen. Besser ist sein Leben seitdem nicht geworden: Die Flucht trat er mit seinem Bruder an, der ihn ablehnt, weil er schwul ist. In Butscha traf er auf einen homofeindlichen Peiniger aus der Schulzeit. Sein Freund floh nach Polen und seinen Job hat Stas inzwischen auch verloren. Jetzt fragt er sich, wie das alles weitergehen soll. Unsere Korrespondentin Iryna Hanenkova hat mit Stas gesprochen.

Mein Name ist Stas. Ich komme aus Kramatorsk. 2014 schon habe ich diese Stadt mehrere Monate unter russischer Besatzung erlebt. Als Russland am 24. Februar 2022 seinen Krieg gegen die Zivilbevölkerung der Ukraine begann, war ich also bereits vorbereitet auf das, was da kommt.

Mein Freund, heute Ex-Freund, lebte zu Beginn des Krieges in Butscha. Ihr kennt die Stadt aus den Nachrichten. Da ich mir nicht vorstellen wollte, was er dort durchgemacht hat, habe ich ihn bis heute nicht gefragt, was dort geschah. Er will auch nicht wirklich darüber sprechen; ich kann ihn gut verstehen.

Stas. Foto: privat

Aber eines ist mir doch im Gedächtnis geblieben von dem, was er erzählt hat. Als er aus dem Luftschutzkeller kam, um nach Essen zu suchen, verlor er schnell wieder seinen Appetit, weil es überall nach verbrannten Leichen stank.

Im April 2022 beschlossen mein Bruder, seine Familie und ich, Kramatorsk zu verlassen. Gott sei Dank gab es zu dieser Zeit technische Probleme mit den Geldautomaten, so dass sich vor ihnen lange Schlangen bildeten. Ich stand lange an, um Geld zu holen, und wir kamen zu spät zum Bahnhof. An diesem Tag schlug eine Rakete in den Zug ein und tötete 30 Zivilist*innen. Über Hunderte Verletzte waren es. Vielleicht erinnert Ihr Euch. Ich hatte einfach Glück.

Vorwürfe, Streit, Demütigungen

Mein Bruder und ich kommen nicht gut miteinander aus. Er ist nicht glücklich damit, dass ich schwul bin. Nachdem wir nach Dnipro geflohen waren, begann ein Monat voller Erniedrigungen. Ich lebte in einem separaten Zimmer, das ich kaum verließ, und kommunizierte nicht mit ihm und seiner Frau, weil wir immer gleich zu streiten begannen. Ich beschloss, auszuziehen, denn ich fühlte mich verfolgt. Ich bildete mir ein zu hören, wie sie über mich tuschelten, obwohl sie gar nicht zu Hause waren.

Ich ging nach Butscha zu meinem Freund. Hier wohnten wir bei einer Klassenkameradin mit ihrer Familie und – Anton. Anton ist ein Freund des Ehemanns meiner Freundin, und Anton ist ausgerechnet der Typ, der mich in meiner Schulzeit mit seinen Freund*innen nach der Schule verfolgte, mich schlug und verspottete.

Die ersten Wochen waren echt hart: Wieder wurde ich daran erinnert, wer ich war. Die Angst aus meiner Kindheit lähmte mich, machte mich still. Aber mit der Zeit fanden wir zu einem einvernehmlichen Miteinander, obwohl er unerträglich blieb.

Eine Freundin überlebte nur knapp

Mit Einbruch des Winters wurde alles noch schwieriger: Ich verlor meinen Job wegen der ständigen Stromausfälle. Ich brauchte dringend warme Kleidung, denn in meinen Koffer hatte ich in der Panik nichts Passendes eingepackt. Mein Freund floh nach Polen. Ich musste ab sofort ganz allein mit Anton auskommen.

Neulich erst hat das russische Militär wieder meine Heimatstadt Kramatorsk bombardiert und Wohngebäude zerstört. Eine Freundin ist wie durch ein Wunder am Leben; eine Rakete hat ihr Haus getroffen. Ich weiß nicht, wie es weitergehen wird, wie ich weiterleben kann, was morgen passieren wird und wie diese Geschichte enden wird. Solange dieser Krieg weitergeht…

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Les hat die Ukraine kurz nach Kriegsbeginn verlassen. Anfangs haben sie sich dafür geschämt, denn viele Landsleute fanden die Entscheidung gar nicht gut. Heute verstehen sie, dass nicht alle Menschen kämpfen können. Les leistet einen Beitrag im Ausland. Unsere Kolumnistin Iryna Hanenkova hat mit Les gesprochen.

Ich bin Les (they/it/their), 20 Jahre alt. Ich bin eine non-binäre, polyamore, sexuell freie Person aus Charkiw.

Seit dem Einmarsch in die Ukraine ist über ein Jahr vergangen. Ich bin ein paar Wochen nach Kriegsbeginn ins Ausland gegangen. Und Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie viele Leute mich als Verräter*in bezeichnet haben. Ich hätte meine Familie im Stich gelassen, schaute nur nach mir selber. Würde das Leben in Europa genießen.

Der Unterschied? In Europa knallt es nicht

P.S. Ein Spaß ist das hier nicht. Man muss fucking nochmal arbeiten, arbeiten und nochmal arbeiten.

Dabei hat sich fast nichts geändert, außer dass es hier nicht “knallt”.

Meine Kriegserfahrung beschränkt sich auf zwei Wochen, in denen ich in einem Keller gelebt habe. Nein, ich habe noch nie einen russischen Soldaten persönlich gesehen. Kann man das als Glück bezeichnen?

Wohl kaum, denn der Krieg hat jede*n auf irgendeine Weise getroffen. Sind meine, Eure Erlebnisse oder die von irgendjemandem sonst wichtiger als andere? Überhaupt nicht.

Ich habe mich entschieden, der Ukraine mit meinen Mitteln zu helfen. Ich spende, wenn ich Geld übrig habe, nehme an ehrenamtlichen Freiwilligenaktionen teil, unterstütze, wo es geht. Nicht alle Menschen sind Kämpfer*innen und das ist in Ordnung so.

Wir alle leisten unseren Beitrag

Es ist wie beim Fliegen: Erst setze ich mir doch selbst die Maske auf, dann dem Kind neben mir. Denn wenn ich mich selbst verliere, welches “Ich” wird dann seinen kleinen “Beitrag” zum lang ersehnten “Frieden” beitragen?

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Neuer Termin wegen großer Nachfrage! 6.500 Kilometer mit dem Zug durch die Ukraine. Sibylle von Tiedemann war dort, wo gerade niemand sein will. Im Krieg. In der Ukraine. Bei ihrer #FundReise durch das geschundene Land besuchte sie Freund*innen und LGBTIQ*-Organisationen in Kyjiw, Odesa, Charkiw und wurde mit offenen Armen empfangen. Im LeZ hat sie ihren Vortrag schon gehalten. Am Mittwoch, 29. März, lädt sie ab 19.30 Uhr nun nochmal ins schwul-queere Zentrum SUB, Müllerstraße 14. Mit ukrainischer Lotterie!

Erst war es nur eine vage Idee, aber sie nahm bald konkret Gestalt an. Ende November trat Sibylle, Mitfrau und -gründerin von Munich Kyiv Queer, außerdem promovierte Slawistin und Historikerin, ihre Reise in die Ukraine an.

Sie fuhr, weil sie vor Ort sein wollte. Bei ihren Freund*innen, in dem Land, das sie liebt, in der Stadt Kyjiw auch, die ihr in den vergangenen Jahren so sehr ans Herz gewachsen war.

Sibylle vor Panzern. Im Hintergrund: Die Sofienkathedrale. Foto: Sibylle von Tiedemann

Außerdem wollte Sibylle Spenden sammeln: für die Soforthilfe von Munich Kyiv Queer und die “Brücke für Kiew”, einen Verein, der sich für hilfsbedürftige Personen, insbesondere Kinder und kinderreiche Familien, finanziell schwache, gering verdienende und/oder auch Tschernobyl-geschädigte Personen in der Ukraine einsetzt. An Spenden – 18.000 Euro waren und sind das Ziel – kamen bislang knapp 14.000 Euro zusammen.

Spender*innen können Wein, Kaffee und Klopapier aus der Ukraine gewinnen

Am Ende blieb sie über einen Monat. Im schwul-queeren Zentrum SUB, Müllerstraße 14, wird sie am Mittwoch, 29. März, um 19.30 Uhr erneut einen Vortrag zu ihrer Reise halten. Die erste Veranstaltung dazu im LeZ war gut besucht; nicht alle Interessierte konnten teilnehmen. Deshalb zeigt Sibylle jetzt nochmal Fotos und Videos, spricht über ihre Erlebnisse. Die Moderation des Abends übernimmt Conrad Breyer, Sprecher von Munich Kyiv Queer.

Herzliche Einladung! Flyer: Stanislav Mishchenko

Unter Spender*innen (ab 50 Euro) – Munich Kyiv Queer unterstützt wie gesagt über eine private Spendenaktion ukrainische LGBTIQ* in Not mit Einzelfallhilfen – verlosen wir Mitbringsel aus der Ukraine, wie Craft Wein aus Odesa, Klopapier mit dem Konterfei Putins und Kaffee, auf dessen Packung der populär gewordene Spruch eines ukrainischen Soldaten prangt, der mit seiner Truppe auf der Schlangeninsel die Kapitulation verweigerte. Er sagte: “Russisches Kriegsschiff, f… dich!”

Sibylle war in den vergangenen Jahren oft in der Ukraine. Munich Kyiv Queer gibt es seit 2012. Die Gruppe setzt sich für die Menschenrechte von LGBTIQ* in Münchens Partnerstadt Kyjiw, inzwischen auch darüber hinaus ein. Sibylle hat die Gruppe bei ihren Aktionen häufig begleitet, etwa beim Pride.

Am Bahnhof in Kyjiw. Trotz Kriegs fahren die Züge pünktlich. Foto: Sibylle von Tiedemann

Für das NS-Dokumentationszentrum München hat Sibylle als wissenschaftliche Mitarbeiterin außerdem ehemalige Ostarbeiter*innen interviewt, die in der NS-Zeit zur Zwangsarbeit nach München deportiert worden waren.

2018 hat sie das Gedenkbuch für die Münchner Opfer der nationalsozialistischen “Euthanasie”-Morde für das NS-Dokumentationszentrum und den Bezirk Oberbayern mitherausgegeben. Es war ein Meilenstein in ihrem Engagement für diese vergessene Opfergruppe der NS-Gewaltherrschaft.

Sibylle am Strand von Odesa. Foto: Sibylle von Tiedemann

Ihre Reise hat Sibylle gut vorbereitet. Sie hat sich mit Expert- und Freund*innen ausgetauscht, die ihren Reiseplänen mit großer Wertschätzung begegneten. Auch die Menschen vor Ort begrüßten sie von Herzen. Von ihren persönlichen Beobachtungen hat Sibylle in einem vielbeachteten Blog berichtet, den man hier nachlesen kann.

Die Geschichten, die sie dort aufgeschrieben hat, berühren. Queere Menschen leiden im Krieg als vulnerable Gruppe besonders. Der Blog erzählt aber auch von Mut, kreativem Protest und Aufbruchstimmung, einem Alltag in dem von Putins Truppen terrorisierten Land.

Ihren Reisebericht versteht sie als Auftrag

Sie sagt: “Ich konnte es nicht ertragen, dem Elend von der Ferne zuzusehen, hier ein Herzchen über Facebook zu senden, dort ein #StandWithUkraine zu posten, da Geld zu überweisen.”

Sibylle vor zerstörten Häusern in Charkiw. Foto: Sibylle von Tiedemann

In Charkiw hat ihr eine junge Ukrainerin Häuser gezeigt, in denen bis vor Kurzem noch Menschen wohnten. Sie sind ausgebrannt. “Erzähl in Deutschland davon”, gab sie ihr mit auf dem Weg. Sibylle versteht das als Auftrag.

Wann: Mittwoch, 29. März, 19.30 Uhr
Wo: SUB, Müllerstraße 14, München
Kontakt: info@MunichKyivQueer.org
Veranstaltende: Munich Kyiv Queer, SUB, CSD München, Kulturreferat der Stadt München

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HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier

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UNTERKUNFT FÜR QUEERE GEFLÜCHTETE AUS DER UKRAINE “Home is where the heart is”, lautet ein englisches Sprichwort, aber ein Herz alleine schafft noch keinen Wohnraum. Wir kümmern uns deshalb gemeinsam um Unterkünfte für queere Menschen. Wir mieten je nach Verfügbarkeit Zwei-, Drei-, Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen an und vermieten sie an Bedürftige in Form von Wohngemeinschaften weiter. Noch hat unser Verein keine Förderung, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Wir müssen zum Beispiel Mieten und Kautionen vorstrecken, bis das Jobcenter einspringt.

  • Münchner Bank eG
  • IBAN DE16 7019 0000 0003 1425 66
  • Munich Queer Homes e.V.

Fragen? https://munichkyivqueer.org/munich-queer-homes/

Iwan Gonzyk ist eine Diva, im Grunde aber einfach ein schwuler Mann. Nur, dass er manchmal gerne seine feminine Seite auslebt. Jetzt ist er Soldat. Unser Autor Evgen Lesnoy hat Iwan in seinem YouTube-Kanal interviewt. Auf der Grundlage des Video-Gesprächs ist dieser Text entstanden.

Iwan stammt aus der Region Cherson und zwar dem Teil, in dem gerade die russischen Besatzer ihr Unwesen treiben. Seine Eltern sind dort geblieben. Iwan selbst lebt schon seit einiger Zeit in Kyjiw.

Pole Dance auf High Heels

Unser Protagonist ist ausgebildeter Sanitäter. Er war bereits 2015 in der Armee, nahm an Kampfeinsätzen im besetzten Donbas teil.

Iwan ist ein kreativer Mensch: Er liebt das Tanzen und das Show-Business. Der gelernte Maskenbildner hat mit vielen ukrainischen Stars gearbeitet, die wir hier in Deutschland nicht kennen. Er hat selbst in Nachtclubs getanzt. Ein Mann beim Pole Dance auf Stöckelschuhen – was gibt es Schöneres!? Doch von dieser Welt musste er sich jetzt erstmal für eine Weile verabschieden.

Iwan in High Heels. Foto: privat

Als im Februar 2022 der große Krieg ausbrach, war Iwan klar, dass sein Land seine Dienste als Sanitäter jetzt erstmal dringender brauchte als eine Tänzerin an der Stange. Er packte seinen Rucksack, trat in die Armee ein und beschloss: Keine Geheimnisse mehr!

Die Offenheit mobilisiert Hilfe

Nichts mehr aus seinem Leben sollte vor irgendwem verborgen bleiben, schon gar nicht vor seinen Kamerad*innen! All die extravaganten Fotos und Videos auf Instagram waren ab sofort öffentlich zugänglich. In gewisser Weise war das sogar hilfreich.

All seine Follower, die mitbekamen, dass Iwan in den Kampf zog, sahen es jetzt auf Instagram und begannen, zu helfen.

Iwan organsiert Hilfe für Soldat*innen und die Menschen, die noch in den Städten nahe der Front wohnen. Er ist nicht mehr glamourös, sondern karitativ unterwegs, besorgte seinem Bataillon ein Auto, Waschmaschine und Mikrowelle. Über Medizin brauchen wir nicht zu reden.

Im Einsatz vor Bachmut

Aber Iwans Hauptaufgabe besteht jetzt eigentlich darin, Menschenleben zu retten. Mindestens dreimal pro Woche fährt er nach Bachmut, um dort verwundete Kämpfer*innen abzuholen.

Bachmut kennt man aus den Nachrichten! Seit einem halben Jahr versuchen die russischen Horden, die Stadt zu erobern.

Iwan führt auch einen Informationskrieg gegen Homo- und Transfeindlichkeit. Obwohl er in seinem Bataillon nicht direkt damit konfrontiert ist, muss er dennoch vieles erklären. Das archaische Verständnis von Familie und Liebe, insbesondere bei Menschen mit sowjetischer und postsowjetischer Erziehung, ist ein großes Problem.

Iwan sagt, dass er sich unter anderem deshalb geoutet hat, weil er sich wünscht, dass die Ukraine ein echtes europäisches Land wird, in dem Menschenrechte etwas zählen. Er sagt jetzt offen, dass er schwul ist und dass er im Krieg war, damit nach dem Sieg niemand sagen kann: Ihr LGBTIQ*-Leute wart nicht an der Front…

Russlands Staatsfeind: der schwule Mann

Im russischen Fernsehen wird er zur besten Sendezeit fast jede Woche als Hauptfeind vorgeführt. Wie kommt es, fragen die, dass sich ein Schwuler traut, sein Land zu verteidigen?

Einen Traum hat Iwan auch. Er möchte irgendwann einmal in zwei Ländern leben, der Ukraine auf der einen, in der Tschechischen Republik oder Spanien auf der anderen Seite. Er hat sich da noch nicht entschieden. Zuerst muss die Ukraine den Krieg gewinnen.

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HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort wie dem KyivPride, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier

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UNTERKUNFT FÜR QUEERE GEFLÜCHTETE AUS DER UKRAINE „Home is where the heart is“, lautet ein englisches Sprichwort, aber ein Herz alleine schafft noch keinen Wohnraum. Wir kümmern uns deshalb gemeinsam um Unterkünfte für queere Menschen. Wir mieten je nach Verfügbarkeit Zwei-, Drei-, Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen an und vermieten sie an Bedürftige in Form von Wohngemeinschaften weiter. Noch hat unser Verein keine Förderung, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Wir müssen zum Beispiel Mieten und Kautionen vorstrecken, bis das Jobcenter einspringt.

  • Münchner Bank eG
  • IBAN DE16 7019 0000 0003 1425 66
  • Munich Queer Homes e.V.

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Wer ihren Vortrag verpasst hat: Sibylle von Tiedemann, Gründungsmitglied von Munich Kyiv Queer, war kürzlich in der Ukraine, um über den Krieg zu schreiben, unsere Freund*innen zu besuchen und Spenden zu sammeln. Darüber spricht sie am Donnerstag, 23. Februar, um 19.30 Uhr auf dem Instagram-Kanal von CSD und Munich Kyiv Queer.

Im Interview mit Frank Zuber vom CSD München spricht Sibylle über ihre Erlebnisse, darüber, wie es unseren Freund*innen in der Ukraine geht und wie wir helfen können. Hier findet Ihr ihren BLOG zum Nachlesen

LGBTIQ* leiden im Krieg besonders. Wie viele andere haben sie ihre Arbeit, ihr Zuhause, ihre Familien und Freund*innen verloren, aber als vulnerable Gruppe stehen sie vor besonderen Herausforderungen: So können sie sich nicht auf stabile Familienstrukturen verlassen, ihr rechtlicher Status als Paar/Regenbogenfamilie wird nicht anerkannt, sie leiden täglich unter Diskriminierung und Angriffen, um nur einige Aspekte zu nennen.

Seid dabei, wenn wir nächsten Donnerstag chatten. Kommentiert, stellt Eure Fragen.

Wann: Donnerstag, 23. Februar, 19.30 Uhr
Wo: Instagram-Kanal von CSD und Munich Kyiv Queer
Kontakt: info@MunichKyivQueer.org
Veranstaltende: CSD, Munich Kyiv Queer

So könnt Ihr helfen


EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer Menschen in der Ukraine, die Hilfe brauchen und nicht an queere Organisationen angebunden sind. Das ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr die Option „Geld an Familie & Freunde senden“ wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken. Wir helfen unsere Freund*innen und Partnern. Wir kennen sie persönlich und wir vermissen sie schmerzlich.

HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier

Fragen? www.MunichKyivQueer.org/helfen

UNTERKUNFT FÜR QUEERE GEFLÜCHTETE AUS DER UKRAINE „Home is where the heart is“, lautet ein englisches Sprichwort, aber ein Herz alleine schafft noch keinen Wohnraum. Wir kümmern uns deshalb gemeinsam um Unterkünfte für queere Menschen. Wir mieten je nach Verfügbarkeit Zwei-, Drei-, Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen an und vermieten sie an Bedürftige in Form von Wohngemeinschaften weiter. Noch hat unser Verein keine Förderung, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Wir müssen zum Beispiel Mieten und Kautionen vorstrecken, bis das Jobcenter einspringt.

  • Münchner Bank eG
  • IBAN DE16 7019 0000 0003 1425 66
  • Munich Queer Homes e.V.

Fragen? https://munichkyivqueer.org/munich-queer-homes/

Es klingt absurd: Aber Andrij hat mitten im Krieg eine Depression überwunden, in die er nach zwei Schicksalsschlägen schon vor dem Angriff Russlands geraten war. Heute hilft der junge schwule Mann aus Dnipro anderen und genießt sein Leben, wie er sagt. Unserer Freundin und Aktivistin Iryna Hanenkova hat Andrij gebeten, uns seine Lage zu schildern.

Mein Name ist Andrij, ich bin 22 Jahre alt und wohne in der Stadt Dnipro.
Es klingt komisch, aber als der Krieg begann, vergangenes Jahr, war ich bereits sehr deprimiert.

Ich trauerte um einen geliebten Menschen, der im Herbst 2021 verstorben war. Außerdem ging meine Beziehung nach mehreren Jahren in die Brüche. Ich musste umziehen und dann kam dieses Datum, der 24. Februar 2022.

Andriy und ein Freund. Photo: privat

Die ersten Tage habe ich einfach abgewartet und zitterte. Ich war ganz passiv, fragte mich, was wohl als nächstes passieren würde.

Ich habe mich bald freiwillig gemeldet

Ein paar Wochen vergingen, und ich beschloss, dass ich endlich nicht mehr nur herumsitzen, sondern auch irgendwie helfen wollte. Ich bin nicht wehrdiensttauglich, also habe ich beschlossen, mich freiwillig als ehrenamtlicher Helfer zu melden.

Das tue ich nun schon seit fast einem Jahr.

Wir sammeln Verschiedenes: Medikamente, Kleidung, Lebensmittel. Wir besorgen auch Autos und sogar Drohnen. Ihr könnt das alles auf meiner Instagram-Seite @andrii_yln in den Storys sehen.

Wir müssen jetzt einfach weiterleben

Warum sage ich “wir”? Weil es doch irgendwie eine gemeinsame Anstrengung ist. Mein Psychotherapeut und ein Psychologe haben mir vergangenen Sommer sehr geholfen, mit meiner Depression umzugehen. Selbst mit dem Krieg gelingt es mir jetzt, zu leben.

Jeder Tag kann der letzte sein: In meiner Stadt, Ihr wisst es aus den Nachrichten, erleben wir täglich Luftangriffe wie im ganzen Land. Hier ein VIDEO aus Berezovka, wo ich zu Beginn des Krieges lebte.

Heute denke ich, dass wir trotz allem weitermachen müssen, um unseren Leuten, auch unseren Soldat*innen, so gut wie möglich zu helfen. Wir bauen unsere Zukunft auf.

Wir werden gewinnen und alles wird Ukraine sein!

So könnt Ihr helfen


EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer Menschen in der Ukraine, die Hilfe brauchen und nicht an queere Organisationen angebunden sind wie Andrij. Das ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr die Option “Geld an Familie & Freunde senden” wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.

HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier

Fragen? www.MunichKyivQueer.org/helfen

UNTERKUNFT FÜR QUEERE GEFLÜCHTETE AUS DER UKRAINE “Home is where the heart is”, lautet ein englisches Sprichwort, aber ein Herz alleine schafft noch keinen Wohnraum. Wir kümmern uns deshalb gemeinsam um Unterkünfte für queere Menschen. Wir mieten je nach Verfügbarkeit Zwei-, Drei-, Vier- oder Fünf-Zimmer-Wohnungen an und vermieten sie an Bedürftige in Form von Wohngemeinschaften weiter. Noch hat unser Verein keine Förderung, deshalb sind wir auf Spenden angewiesen. Wir müssen zum Beispiel Mieten und Kautionen vorstrecken, bis das Jobcenter einspringt.

  • Münchner Bank eG
  • IBAN DE16 7019 0000 0003 1425 66
  • Munich Queer Homes e.V.

Fragen? https://munichkyivqueer.org/munich-queer-homes/