Solidarität in der Krise – Auf zum KyivPride!

Lesben und Schwule demonstrieren beim KyivPride 2013 in der Ukraine für ihre Rechte 2012 war er gescheitert, 2013 dafür umso erfolgreicher. Was passiert 2014 mit dem KyivPride? Die Pride Week vom 29. Juni bis 6. Juli soll unter allen Umständen abgehalten werden, am 6. Juli eventuell sogar der March of Equality, sollte das möglich sein. Der CSD München und Munich Kyiv Queer, beide in Freundschaft mit dem Partner-Pride und der Lesben-, Schwulen-, Bisexuellen- und Trans (LGBT)-Szene in Kyiw verbunden, rufen ganz München zur Teilnahme auf. Die Situation im Land, so die Organisierenden vor Ort, werde es zulassen, für die Community im geschützten Rahmen eine Pride Week zu veranstalten. 20 Leute sitzen seit Monaten daran, diese Woche auf die Beine zu stellen. Sie kommen aus allen LGBT-Vereinen und NGOs in Münchens Partnerstadt. Sie haben die Szene mobilisiert, die Finanzierung läuft, das Programm nimmt Form an und sie brauchen jede Unterstützung, die sie bekommen können. Mit vielen von ihnen arbeitet die Münchner Community seit Jahren partnerschaftlich zusammen. Der CSD München und der KyivPride sind 2012 eine eigene Kooperation eingegangen. Aus München waren im vergangenen Jahr 20 Leute nach Kyiw gereist, auch Wieland Arndt  (.l.) und Uwe Hagenberg von Munich Kiev Queer. „Wir brauchen die Solidarität aus München in diesen Zeiten“, sagt Stanislaw Mischtschenko, International Secretary des KyivPride. Er kümmert sich um die internationalen Partner. „Besonders die Community hier vor Ort muss spüren, dass sie nicht alleine ist. Sie ist Teil einer großen europäischen LGBT-Familie, die über die Grenzen hinweg zusammensteht. München ist uns teuer und lieb, hier haben wir viele Freundinnen und Freunde. Wir würden uns freuen, sie als Gäste bald bei uns begrüßen zu dürfen.“ An der Pride Week wollen die Münchnerinnen und Münchner von der Kontaktgruppe Munich Kiev Queer, die jenseits der Pride-Kooperation das gemeinsame Wirken zwischen der Münchner und Kyiwer Szene koordiniert, wenn möglich teilnehmen mit der Option, vor Ort dann auch die Polit-Parade zu besuchen, sollte das aus Sicht der ukrainischen Aktivistinnen und Aktivisten sinnvoll sein. „Natürlich wird niemand zur Teilnahme genötigt“, sagt Conrad Breyer, der für den Münchner CSD die Kooperation mit dem KyivPride steuert. „Viel wichtiger ist, dass wir unseren Freundinnen und Freunden vor Ort während der Pride Week beistehen und die Woche bereichern. Es wäre schön, wenn möglichst viele Leute aus der Szene mitkämen.“ Auch den Stadtrat wollen die Münchnerinnen und Münchner wieder bitten, sich für Menschenrechte in ihrer Partnerstadt stark zu machen. Im vergangenen Jahr war aus der Landeshauptstadt eine 20-köpfige Delegation in Kyiw, angeführt damals von Bürgermeister Hep Monatzeder, der Stadträtin Lydia Dietrich und dem Stadtrat Reinhard Bauer. Unter dem Schutz Hunderter Polizisten konnte die Parade am 25. Mai stattfinden. Die Signalwirkung für die Region war groß: Die Ukraine war ihrer Verpflichtung nachgekommen, die Rechte all ihrer Bürger zu schützen. 2012 war der Pride wegen aggressiver Nationalisten noch abgesagt worden. Wer in diesem Jahr mit nach Kyiw reisen möchte, muss zwar die Reisekosten selbst tragen. Allerdings sind die Flüge der Ukrainian International Airlines – zumal rechtzeitig gebucht – sehr günstig. Und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus München können sich in Kyiw sehr schöne, komfortable und günstige Ferienwohnungen mit anderen Leuten teilen. Im vergangenen Jahr haben die Delegationsmitglieder und -frauen damit gute Erfahrungen gemacht. Kyiw ist eine sehr schöne Stadt, die sich durchaus touristisch erkunden lässt. Der CSD München wird darüber hinaus für alle Delegations-Teilnehmer*innen ein attraktives Rahmenprogramm zusammenstellen. Geplant ist neben dem offiziellen Pride-Week-Programm der Besuch von NGOs sowie von LGBT-Gruppen und -Initiativen wie den neu eröffneten Queer Homes. Natürlich steht die Sicherheit an oberster Stelle. „Unsere Partnerorganisationen in Kyiw haben uns im vergangenen Jahr niemals alleine gelassen. Sicherheit war Top-Prio“, sagt Conrad Breyer. „Homophobe Gegner hatten zu keinem Zeitpunkt die Gelegenheit, die Pride-Woche zu stören.“ Dafür arbeiten die Veranstaltenden vor Ort mit Amnesty International Ukraine zusammen. Das hat sich schon 2013 bewährt. Homosexuelle haben in der Ukraine viele Gegner. Der CSD München, der hierfür vom Kulturreferat der Stadt München unterstützt wird, wird in der Pride Week den Donnerstagabend mit einem eigenen Programmpunkt gestalten. Außerdem können sich die Münchnerinnen und Münchner mit einem Beitrag an der offiziellen Pride-Party am Samstag beteiligen. Der CSD wird in München seit 1980 gefeiert. Mehrere Zehntausend Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender gehen Jahr für Jahr auf die Straße, um unter wechselndem Motto Akzeptanz und rechtliche Gleichstellung einzufordern. Gesellschafter der CSD München GmbH sind die Lesbenberatung LeTRa, die Münchner Aids-Hilfe, die Partei Rosa Liste und das Münchner Schwulenzentrum Sub. Motto 2012: „Fight for Global Rights – Solidarität kennt keine Grenzen“. Im Nachgang der Veranstaltung ist die Münchner Szene eine Kooperation mit ihrer Partnerstadt Kyiw eingegangen. In diesem Jahr lautet der Slogan zum Thema Gender und Identität: „Regenbogen der Geschlechter. Wertvoll sind wir alle!“. Wer mitfahren will, meldet sich bei Conrad Breyer unter der Mail-Adresse Conrad@MunichKievQueer.org oder wählt die Nummer 00 49 170 18 59 705. Zurück zur Übersicht