Film-Event: „Queens of Joy“
Anlässlich des Internationalen Tages der Trans*-Sichtbarkeit zeigen wir mit dem Mathäser Kino am 31. März „Queens of Joy“. Der Film erzählt die Geschichte dreier queerer Menschen aus der Ukraine: von Monroe, einer trans* Frau und Ikone der ukrainischen Queer-Szene, von Artur Ozerov, bekannt als Drag-Künstlerin Aura, sowie von Oleksandr Danilin, als Marlen Scandal eine legendäre Figur der ukrainischen Drag-Kultur. Um 19.30 Uhr geht’s los. Die Macher*innen des Film sind vor Ort. Kauft jetzt eure Tickets
Als Russland 2022 die Ukraine überfällt, schließen die drei Künstler*innen sich zusammen, um eine Charity Show zu organisieren. Ihre Aktion zeigt, dass Kunst eine mächtige Waffe des kreativen Widerstands und der Solidarität sein kann. Regisseurin Olga Gibelinda präsentiert mit „Queens of Joy“ ihren Debütfilm, eine abendfüllende Dokumentation.
Monroe, Marlen und Aura
Über Monroe erfahren wir, dass sie schon ihr ganzes Leben lang um Akzeptanz und ihre eigene Identität kämpfen muss. Sie ist als Fernsehmoderatorin, Schauspielerin, Bloggerin und Influencerin bekannt und hat als transvestite diva (Selbstbezeichnung) bereits eine gewisse Berühmtheit erlangt. Mit Ausbruch des Krieges begibt sich Monroe auf eine Reise zu ihrem wahren Ich – als trans* Person.

Oleksandr Danilin alias Marlen Scandal führt Gibelinda in einer ambivalenten Rolle ein. Denn er führte viele Jahre ein Doppelleben: In seiner Rolle als Oleksandr war er ein freundlicher, mitfühlender und bescheidener Mensch. Als Marlen verwandelte er sich in eine selbstbewusste Drag Queen. Trotz des Krieges gab Oleksandr weiterhin Drag Shows. Er ist es, der im Film Monroe und Aura zusammenbringt, um die große Charity Show zu organisieren. Oleksandr verstirbt kurz nach der Filmpremiere.
Drag rettet Leben
Artur Ozerov schließlich, Auroa, diente 2025, als der Film erscheint, schon acht Jahren in der ukrainischen Armee. Vor Kriegsbeginn noch gab er seine erste Drag Show als Aura, die seine Persönlichkeit schon immer mitgeprägt hat. Offe zu ihr zu stehen, hatte sich Artur aber nie getraut.
Als Junge wuchs Arthur in einer typisch postsowjetischen Familie auf: Der Bruder seiner Mutter ging nach Russland und ist heute FSB-Offizier. Seine Mutter und er entschieden sich für die Ukraine und also die Freiheit. In der Ausstellung „Ich bin AUS der Ukraine. Ich bin IN der Ukraine“ hatten KyivPride und Munich Kyiv Queer Artur bereits 2022 portratiert.

„Queens of Joy“ ist ein Statement für den Mut, sich treu zu bleiben, auch wenn die Umstände noch so widrig sind. „Dieser Film ist für uns alle“, sagt die Regisseurin.
Ein Fim über Würde, Liebe und Schaffenskraft
„Wir alle kämpfen um Identität, Liebe, das Recht, eine Stimme in dieser Welt zu haben. In den dunkelsten Zeiten verbindet uns nicht nur das gemeinsame Leid, sondern auch eine unerschütterliche Würde, die Fähigkeit, Freude zu empfinden, etwas zu erschaffen und zu Liebe zu spüren. Es ist eine Geschichte über diejenigen, die sich trotz des Krieges für das Leben in all seiner Buntheit entschieden haben.“ Hier geht’s zum Trailer

Zur Show im Mathäser Filmpalast wird die Regisseurin persönlich anreisen (oder online dabei sein). Im Q&A mit Christina Parficheva von Munich Kyiv Queer, die das Event organisiert, will sie sich den Fragen des Publikums stellen. Als Gastgeberinnen begrüßen Christina Parficheva und Samantha Jackson, Bayerns erste ukrainische Drag Queen, die Zuschauer*innen. Wir zeigen den Film im Original (Ukrainisch, Russisch) mit englischen Untertiteln.
Film Queens of Joy (OmU)
Wann 31. März 2026, 19.30 Uhr
Wo Mathäser Filmpalast, Bayerstraße 3 bis 5, 80335 München (Stachus)
Tickets ab 9,90 Euro hier
Veranstaltende Munich Kyiv Queer, Mathäser Filmpalast, CSD München, Kulturreferat der Stadt München
So könnt Ihr helfen
EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer die Menschen in der Ukraine, die in Not oder auf der Flucht sind. Denn nicht alle sind an ukrainische LGBTIQ*-Organisationen (s.u.) angebunden. Die Hilfe ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr auf PayPal die Option „Für Freunde und Familie“ wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, Sprecher Munich Kyiv Queer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.
Alle Gesuche aus der Community werden in Zusammenarbeit mit unseren queeren Partner-Organisationen in der Ukraine akribisch geprüft. Können sie selbst helfen, übernehmen sie. Übersteigen die Anfragen die (finanziellen und/oder materiellen) Möglichkeiten der LGBTIQ*-Organisationen, sind wir gefragt.
HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschland an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier
VULNERABLE GRUPPE Und hier erfahrt ihr, warum gerade queere Menschen im Krieg unsere Unterstützung brauchen.
Fragen? www.MunichKyivQueer.org/helfen
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