Antonina Shpak: Drag, Widerstand im Krieg
Anatoliy, vielen auch bekannt als Antonina Shpak, ist Drag Artist und heute Teil des ukrainischen Widerstands. Seit fast 20 Jahren steht sie auf der Bühne. Heute meldet sich Anatoliy von einem Stützpunkt im Gebiet Saporischschja. Sein Alltag ist geprägt von Entbehrungen, der Verantwortung für seine Kamerad*innen und dem Glauben an die Zukunft.
In einem Video berichtet Anatoliy von einem Leben im Ausnahmezustand. Von Tagen, die beginnen nach einer Nacht ohne Schlaf, weil ständig Anrufe eingehen, die Kamerad*innen sich über die Funkgeräte melden und Entscheidungen getroffen werden müssen. Er koordiniert Hilfe für die Front, sammelt Pakete, organisiert Transporte – wenn es überhaupt möglich ist, etwas in die Stellungen zu bringen.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs engagiert sich Anatoliy ununterbrochen. Zuerst als Sozialarbeiter, später bei der „Gay Alliance Ukraine“, er war beim Radio, in der humanitären Hilfe. Das alles geschieht unter widrigsten Bedingungen: Es fehlt an Material, Waffen, Munition; Fahrzeuge müssen aus eigenen Mitteln repariert werden, alle sind dauererschöpft. Und doch machen sie weiter.
Viele LGBTIQ* verteidigen die Ukraine
Anatoliy spricht offen darüber, dass viele queere Menschen in der Ukraine kämpfen, manche sichtbar, manche versteckt. Er empfindet Dankbarkeit und Stolz für diese, seine Community. Gleichzeitig benennt er klar, warum sie nicht aufgeben werden: weil es um ihr eigenes Land geht, die Würde und um das Recht aller Ukrainer*innen, in Freiheit und selbstbestimmt zu leben.
Anatoliys Video ist eine Botschaft der Liebe. Mit Küssen, mit Dank, mit dem Wunsch nach einem baldigen Sieg und einem friedlichen Himmel verabschiedet er sich. Seine Geschichte zeigt: Queeres Leben in der Ukraine existiert, auch in Kriegszeiten. Für ihn bedeutet es aktiven Widerstand, getragen von der Liebe zu den Menschen.
So könnt Ihr helfen
EINZELFALLHILFE Munich Kyiv Queer unterstützt mit einer eigenen, privaten Spendenaktion über www.paypal.me/ConradBreyer die Menschen in der Ukraine, die in Not oder auf der Flucht sind. Denn nicht alle sind an ukrainische LGBTIQ*-Organisationen (s.u.) angebunden. Die Hilfe ist direkt, schnell und gebührenfrei, wenn Ihr auf PayPal die Option „Für Freunde und Familie“ wählt. Wer kein PayPal hat, kann alternativ an das Privatkonto von Conrad Breyer, Sprecher Munich Kyiv Queer, IBAN: DE42701500000021121454, Geld schicken.
Wir helfen unsere Freund*innen und Partnern. Alle Gesuche aus der Community werden in Zusammenarbeit mit unseren queeren Partner-Organisationen in der Ukraine akribisch geprüft. Können sie selbst helfen, übernehmen sie. Übersteigen die Anfragen die (finanziellen und/oder materiellen) Möglichkeiten der LGBTIQ*-Organisationen, sind wir gefragt.
HILFE FÜR LGBTIQ*-ORGANISATIONEN Wir haben zum Schutz von LGBTIQ* aus der Ukraine das Bündnis Queere Nothilfe Ukraine mitgegründet. Ihm gehören um die 40 LGBTIQ*-Organisationen in Deutschand an. Sie alle haben ganz unterschiedliche Kontakte in die Ukraine und sind bestens vernetzt mit Menschenrechtsorganisationen vor Ort, die Gelder für die Versorgung oder Evakuierung queerer Menschen brauchen. Spendet hier
VULNERABLE GRUPPE Und hier erfahrt ihr, warum gerade queere Menschen im Krieg unsere Unterstützung brauchen.
Fragen? www.MunichKyivQueer.org/helfen
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