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KyivPride 2019: Dominik Krause vertritt OB Reiter

06.05.2019 | cb — Keine Kommentare
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Dominik Krause vertritt Oberbürgermeister Dieter Reiter beim KyivPride. Er führt am Sonntag, 23. Juni, die Delegation aus der Münchner LGBTI-Community an, die mit Tausenden Lesben, Schwulen, Bi, Trans* und Inter* aus der Ukraine beim CSD in Münchens Partnerstadt mitmarschiert. Motto: „Freiheit ist unsere Tradition“

Ein Neuling ist Dominik Krause nicht. 2015 war er beim Kyjiwer „CSD“ schon einmal dabei, als eine große Münchner Delegation unter Führung von Stadträtin Lydia Dietrich und reger deutscher Beteiligung aus Europaparlament, Bundestag und Münchner Stadtrat bei der Demonstration für LGBTI*-Rechte ihrer ukrainischen Freund*innen mitlief. Damals ging einiges schief. Die Polizei war nicht in der Lage, die Teilnehmenden gegen die Übergriffe aggressiver Nationalisten zu schützen. Es gab Verletzte.

Seitdem hat sich die Lage zum Glück deutlich verbessert. 2015 war der Wendepunkt in der noch jungen Geschichte des KyivPride: Seit 2016 findet er mitten im Zentrum Kyjiws statt. Tausende Polizisten – 2018 waren es um die 2500 – schützen den Marsch, zu dem zuletzt 3500 Leute kamen. Für 2019 erwarten die Veranstaltenden um die 5000 Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft. Der Marsch steht unter dem Motto: „Freiheit ist unsere Tradition“.

Würdiger Nachfolger

„Als Vertreter der Partnerstadt München ist es mir ein Anliegen, unseren Freund*innen in Kyjiw in ihrem Kampf um Akzeptanz und gleiche Rechte zu unterstützen“, sagt Krause. „LGBTI-Rechte sind Menschenrechte, der Schutz und die Freiheit gesellschaftlicher Minderheiten kommt dem ganzen Land zugute, macht die Ukraine insgesamt freier.“

Krause folgt auf Lydia Dietrich, die die Kooperation zwischen den Partnerstädten Kyjiw und München im LGBTI-Bereich 2012 einst mitbegründet hatte. Die Politikerin hat den Stadtrat aber inzwischen verlassen. „Lydia war immer mit dem Herzen dabei“, sagt Krause, „und war in der ukrainischen Community vielen eine gute Freundin“. Er freue sich darauf, diese Rolle neu auszufüllen.

Und in Kyjiw sind sie begeistert: „Ohne München hätte 2013 der erste erfolgreiche Pride der Ukraine nicht stattfinden können. Und auch heute ist das Engagement unserer Freund*innen in Bayern über die Maßen wertvoll. München ist in Kyjiw herzlich willkommen“, sagt Stanislav Mishchenko, Vorstandsmitglied des KyivPride.

Hass und Gewalt gegen LGBTI

Homo- und Trans*-Phobie sind in der Ukraine noch immer weit verbreitet. Zwar hat sich die Situation für LGBTI seit dem EuroMaidan 2014 und der darauf folgenden Annäherung an die EU zum Besseren gewendet. Aber noch immer lehnen die meisten Menschen in der Ukraine gleichgeschlechtliche Liebe ab, allen voran Kirchen und Nationalisten. Letztere sind in den vergangenen Jahren – obwohl nicht im Parlament vertreten, so doch auf der Straße – aggressiver geworden und greifen immer wieder Veranstaltungen und öffentliche Events der LGBTI-Community an, die ihnen zu selbstbewusst auftritt. Der Staat distanziert sich nicht, einen umfassenden Diskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten gibt es nicht, obwohl ein Aktionsplan der Regierung von 2015 das vorsieht. Er wurde bislang nur in Teilen umgesetzt.

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