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Am Morgen des 24. Februar änderte sich mein Leben. Das ist meine Geschichte

24.05.2022 | cb — Keine Kommentare
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Mein Name ist Stepan, ich bin 28 Jahre alt, stamme aus Nova Kakhovka. Ich wohne in einem der Vororte von Kyjiw in einem Landhaus neben meiner Großmutter. Vor Beginn des Krieges arbeitete ich an einem Kran auf einer Metallbasis. Ich habe täglich gewalztes Metall verladen.

Der Krieg geht weiter

Die LGBTIQ*-Organisation „Du bist nicht allein“, eine unserer Partnerorganisationen, teilt hier an dieser Stelle weiterhin Geschichten von Menschen, die von uns Hilfe erhalten haben und gerne ihre Geschichten teilen wollen.

Stepan. –°ollage von der NGO „Du bist nicht allein“

Ich lebe jetzt seit vier Jahren in Kyjiw. Mein friedliches Dasein änderte sich dramatisch am Morgen des 24. Februar, als mein Nachbar anrief und sagte, dass der Flugplatz Boryspil unter Beschuss steht.

Und schon bald explodierten in der Umgebung die ersten Raketen, was mich fast vom Sofa fallen lie√ü. Leider musste unser St√ľtzpunkt den Betrieb einstellen und ich verlor meinen Job. Innerhalb weniger Tage stiegen die Preise f√ľr alles und meine eher bescheidenen Ersparnisse schmolzen dahin.

Helfen, um zu √ľberleben

Einige Wochen sp√§ter hatte ich schlicht nichts mehr, wof√ľr ich Lebensmittel kaufen konnte. Am schlimmsten war die Situation jedoch f√ľr meine Verwandten, die in der besetzten Region Cherson geblieben waren, vor allem f√ľr meine Mutter. In Nova Kakhovka waren nur noch die einfachsten Produkte in den Regalen zu finden, deren Preise abenteuerlich hoch waren – nur Kekse, Nudeln und Wurst f√ľr 450 UAH (15 Euro).

Ich hoffte l√§ngst nicht mehr auf Hilfe und war am Rande der Verzweiflung. Bis mir ein Bekannter aus dem Netz riet, mich an die NGO „Du bist nicht allein“ zu wenden. Sie antworteten mir rasch und erkundigten sich nach meinen Bed√ľrfnissen.

Ich habe zweimal Lebensmittel f√ľr mich selbst gekauft und einmal, um Verwandten in den besetzten Gebieten zu helfen. Danach habe ich fast alles Geld meinen Eltern geschickt – sie haben niemanden, der ihnen hilft, und leider wollen und k√∂nnen sie nicht fliehen

Gott sei Dank bin ich jetzt relativ sicher, obwohl mein finanzielle Not immer noch gro√ü ist. Ich bin euch allen unendlich dankbar, dass ihr mir geholfen habt. Mein besonderer Dank gilt Maksym Bychynsky f√ľr seine schnelle Reaktion und den Willen zu helfen – es ist einfach ein Wunder. Ich w√ľnsche euch, dass ihr weiterhin gute Taten vollbringen und Menschen helfen werdet.

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