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Wie Nadia in der Not Tieren hilft

15.08.2022 | Nick Tomilin — Keine Kommentare
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kuratiert von der NGO „Du bist nicht allein“

Dank eurer Unterstützung, liebe Spender*innen, helfen wir nun schon seit fast vier Monaten ukrainischen LGBTIQ* in Not. Und wie Ihr in der folgenden Geschichte erfahren werdet, beschränkt sich diese Hilfe nicht allein auf Menschen.

Denn natürlich lassen wir auch unsere kleinsten Familienmitglieder nicht im Stich. Oft stellen die Leute die Bedürfnisse ihrer Haustiere sogar über die eigenen. Ein großes Herz ist das, was uns alle eint. Hier ist die Geschichte von Nadia:

Nadia und einer ihrer Welpen. Foto: privat

„Mein Name ist Nadia. Ich bin 27 Jahre alt und kümmere mich um meinen 12 Jahre alten Bruder Timur. Wir haben außerdem vier Hunde, zwei Katzen, neun Kätzchen und einen Papagei in unsere Obhut genommen. Wir leben in Saporischschja.

Wir dachten, schlimmer kann es nicht kommen

Jedes Tier hat seine eigene Geschichte. Einen unserer Hunde zum Beispiel haben wir mit seinen Brüdern in einem Sack auf einer Mülldeponie gefunden. Die Kätzchen, von denen ich sprach, haben sie einfach vor unserer Haustüre abgelegt.

Auch wir sind Waisen, denn wir haben innerhalb von sechs Jahren all unsere Verwandten verloren. Einige von ihnen sind an Krankheiten gestorben, andere bei Verkehrsunfällen. Timur und ich dachten, es könne jetzt nicht mehr schlimmer werden. Aber dann begann dieser verdammte Krieg.

Nadias Schützlinge. Collage: Fotos privat

Vor dem Krieg habe ich in einem Call Center gearbeitet und Makeup-Kurse besucht. Meinen Job hab ich natürlich verloren und Geld hatte ich dann schnell auch keines mehr. Natürlich konnte ich auch die Kurse nicht zu Ende machen. Ich war gestresst und meine Gesundheit verschlechterte sich von Tag zu Tag.

Pillen helfen mir durch den Tag

Dazu kommt: Seit zwei Jahren leide ich unter Schmerzen, muss Tabletten nehmen, dank derer ich einigermaßen normal leben kann. Mein Bruder ist allergisch und jetzt ist Sommer!

Nadias Schützlinge Teil II. Collage: Fotos privat

Irgendwann stellten wir fest, dass wir nichts mehr haben, um unsere Hunde, unsere Katzen und alle anderen Tiere zu füttern. Wir wussten einfach nicht, wohin wir noch rennen, an welche Tür wir noch klopfen sollten.

Zu helfen war mir wichtiger als mein Stolz

Genau an diesem schwarzen Tag schrieb mir ein Freund eine SMS über die NGO „You are not alone“, eine Organisation, die mit Spenden der Queeren Nothilfe Ukraine, der auch Munich Kyiv Queer angehört, ukrainischen LGBTIQ* im Krieg hilft.

Um ehrlich zu sein, war es mir anfangs ganz schön peinlich, um Hilfe zu bitten. Aber meine Tiere zu füttern war mir dann doch wichtiger als mein eigener Stolz. Ich füllte das Formular aus, erzählte meine Geschichte und erhielt sofort das Geld.

Jetzt sind meine Haustiere gut versorgt. Und mein Bruder und ich haben auch die nötigen Medikamente für uns.

Wir bedanken uns bei der deutschen Community! Ihr habt uns gerettet.“

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