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Die Geschichte von Alex und ihrer Frau

01.07.2022 | cb — Keine Kommentare
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Eure Spenden kommen an. Hier ist ein weiterer Beweis dafür, die unglaubliche Geschichte einer wunderbaren ukrainischen Regenbogenfamilie, die nichts mehr zu hoffen wagte! Die Story ist – wie so viele andere – der beste Beweis dafür, dass all unsere Bemühungen nicht umsonst sind.

Unser gemeinsamer Beitrag ist wichtiger denn je!

„Ich bin Alex, 43 Jahre alt. Wir sind eine Regenbogenfamilie: ich, meine Frau und ihre Mutter – eine wunderbare, akzeptierende Frau, vor der ich mich tief verneige. Und unsere Katze Lucy.

Alex und ihre Frau. Foto: Alex (der Autor)


Jetzt leben wir in Charkiw, aber ursprünglich kommen wir aus Slowjansk. Ich bin Chefkoch mit 20 Jahren Erfahrung. Wir haben viel gearbeitet, aber immer, wenn wir einen freien Tag hatten, sind wir gewandert, weil wir alte Städte sehr mögen. Wann immer es möglich war, haben wir im Voraus eine Route ausgearbeitet, Fotos gemacht oder uns umgeschaut. Es war einfach toll!

Der Krieg war wie eine kalte Dusche

Am 24. Februar wachte ich gegen 6 Uhr morgens auf, scrollte durch Facebook. Ein Gefühl von Surrealismus ergriff mich, wie eine kalte Dusche. Ich habe meine Frau mit den Worten geweckt: ‚Mein Schatz, da draußen ist Krieg‘. Und dann war plötzlich alles weg: der Job, die Pläne für den Sommer, die alltäglichen Momente, von den kleinen Dingen bis zur Reparatur unseres alten Hauses.

Familientiger Lucy. Foto: Alex (der Autor)

Das Leben ist seitdem klar unterteilt in „vor dem Krieg“ und „jetzt“. Wir hatten auch geplant, irgendwo in Europa zu heiraten, was sich ebenfalls zerschlug. Im März wurden unsere Freunde aus Charkiw evakuiert und sie boten uns an, in ihre Wohnung zu ziehen. Jetzt kümmern wir uns um ihre Blumen und Fische. Nur hatten wir von heute auf morgen nichts mehr, wofür wir auch nur einen Laib Brot hätten kaufen können.

Außerdem kann man den Tieren nicht erklären, warum sie nicht gefüttert werden. Unsere Nerven spielten verrückt, die gesundheitlichen Probleme verschlimmerten sich. Alles kam aufs Mal – kein Essen, keine Tampons, keine Schmerzmittel. Gott sei Dank verlangt die Stadt Charkiw im Moment nicht, dass wir für Nebenkosten aufkommen. Irgendwann schrieb unser Freund auf Telegram: Alex, es gibt eine Organisation, die wirklich hilft, schreib die mal an“. Wir haben sie nicht sofort kontaktiert. Es war uns sehr peinlich, um Hilfe zu bitten🤦🏻♂️.

Leben in der Wüste

Aber es hat alles super geklappt. Schon am nächsten Tag bekamen wir eine Antwort. Wir haben das Geld per Kartenüberweisung erhalten. Danach liefen wir sofort zur Apotheke, kauften Futter für die Katze und erst dann Kartoffeln, Mehl und ein Huhn für uns. Stellt Euch vor, Ihr seid in der Wüste und habt drei Tage lang nichts getrunken, und dann stellt man euch einen Kanister mit kühlem Wasser hin. Genau so fühlte sich das an, dank Eurer Hilfe. Das hat uns gerettet.

Eine tiefe Verbeugung vor Euch, Eurer Organisation und allen, die hier mithelfen.🙏🏼 Wie findet Ihr nur die Kraft und die Mittel, so vielen Menschen zu helfen und Leben zu retten?! Danke, dass ihr für uns da seid!“

Kuratiert von: „Du bist nicht allein“, Schytomyr

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