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Herbst 2018 – Ausstellung „Everything is going to be fine“ und mehr

04.08.2018 | cb — Keine Kommentare
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Im Herbst plant die Pasinger Fabrik eine Veranstaltungsreihe aus Anlass der Bayerischen Revolution 1918 und zieht Parallelen zu den Umwälzungen in unserem Nachbarland Ukraine. Auch dort fand 1918 eine Revolution statt, dann wieder Anfang der 90er, 2004 und 2013/14. „Learning from a good neighbour“ lautet denn auch das Motto der Ausstellung, Diskussion und Lesung in München. Munich Kyiv Queer hat für das Programm viele Ideen eingebracht, Künstler*innen vermittelt, zum Beispiel aus dem Kyjiwer Kunstforum iZone. Deshalb waren wir eng in die Planungen einbezogen. Eine der Ausstellungen in München bestreiten Naomi Lawrence und Patricia Scherer:

Flexibilität, Kreativität und Demut sind die Antwort der Ukrainer*innen auf unvorhersehbare Ereignisse oder schwierige Umstände – politisch, wirtschaftlich und sozial. Diesem Leitgedanken folgen Naomi Lawrence und Patricia Scherer bei gemeinsamen künstlerischen Projekten wie „Learning from a good neighbour: Greetings from the Revolution! Activist or Artist … communicating in picturesque photo landscapes.“ Gezeigt wird eine ukrainisch-deutsche Nachbarschaftsszenerie als raumgreifende Installation. Alle Klischees werden in überzeichnender Weise bedient und ad absurdum geführt. Das Gartenzwergidyll auf deutscher Seite verkehrt sich in ein makaberes Schlachtfeld mit mordenden und gemeuchelten Figuren. Auf der anderen Seite des Zaunes befriedigt eine tote Kuh die Schadenfreude der Nachbarn.

Die vermeintlich über jede Form von Spießertum erhabenen Protagonisten, der „Aktivist“ Herrmann auf deutscher Seite, und „Artistin“ Olga auf ukrainischer, erweisen sich als Teil eines mikrokosmischen bürgerlichen Dünkeltums. Beide bewegen sich auf dem gleichen Terrain von Gesetzmäßigkeiten –und so ist es kein Zufall, dass die ordnende Kraft der Bürokratie den Nachbarn die Möglichkeit eröffnet, zueinander kommen und voneinander lernen zu können. Am Eröffnungstag der Ausstellung stellen zwei Sachbearbeiterinnen –eine ukrainische und eine deutsche –Passierscheine an die Besucher*innen aus und geben ihnen dazu Postkarten, die sie sich als Nachbar*innen gegenseitig schreiben und vor Ort in einen Briefkasten werfen können. Dazu erhalten die Anwesenden von den Sachbearbeiterinnen exakte Anweisungen via Megaphon. Die Installation sowie die Interaktion sollen in erster Linie darauf aufmerksam machen, dass es immer einen Weg zueinander gibt und damit auch die Möglichkeit, voneinander zu lernen. Mehr zum Gesamtprogramm der Pasinger Fabrik hier.

Wann: ab 17. Oktober 2018
Wo: Pasinger Fabrik, August-Exter-Str. 1, München; andere Orte
Kontakt: Conrad Breyer
Veranstaltende: Pasinger Fabrik, Generalkonsulat der Ukraine, Friedrich-Ebert-Stiftung, Münchner Volkshochschule, Munich Kyiv Queer, Kulturreferat der Stadt München

 

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